S I E N A
Siena ist GROSSARTIG!!!!
Das liegt einfach an Allem: an der mittelalterlichen Stadt, den Leuten, dem internationalen Atmosphäre, den tollen Bars und viiieeelen Pubs - und ein wenig auch am akzentfreien Italienisch der Sienesen… In Siena angekommen, musste ich nicht mal den Stadtplan rausziehen, schon wurde ich gefragt, ob ich etwas suche. Meine Wohnung war also bald gefunden und der Vermieter wartete schon. Er zeigte mir die Wohnung, und ich war hellauf begeistert! Die Zimmer waren riesengroß, schön und typisch toskanisch eingerichtet. Fernseher und Spülmaschine fehlten auch nicht. Die Ausstattung der Küche überschritt unsere Kochkünste bei weitem. Wir fühlten uns pudelwohl in unserem Apartment. Ein weiterer Bonus: Die Wohnung war nur wenige Gehminuten von der Sprachschule „Leonardo da Vinci“ entfernt, was sich am Morgen sehr bezahlt gemacht hat…
Auch der erste Rundgang im Zentrum war beeindruckend. Die kleinen, verwinkelten Gassen waren voller Leben, die vielen verlockenden Geschäfte und die „Piazza del Campo“ - das Herz der Stadt - strotzten vor Charme. Die „Piazza del Campo“ erwies sich als guter Orientierungspunkt, da alle Straßen dorthin führen. Außerdem ist die Stadt sehr gut ausgeschildert, und die wichtigsten Orte sind alle gekennzeichnet und können nicht verfehlt werden. Etwas schwieriger ist es schon bei den 17 „contrade“, den Stadteilen Sienas, durchzublicken! Jede von ihnen hat eigene Bräuche und eigene Festtage. Roberta, meine Lehrerin, hat uns zum Fest ihres Stadtteils, der „contrada dell’oca“, eingeladen. Es war schön: Der kleine Stadtteil war festlich herausgeputzt, die Frauen liefen geschäftig durch die Sträßchen mit Leckereien in den Händen, die Männer saßen bei einem Glas neuem Wein. Und Robertas Oma hat uns mit selbst gemachten „dolci“ überhäuft... Am ersten Schultag wurde gleich zu Beginn ein Einführungstest gemacht und, je nach Fähigkeiten, wurde man einem der 5 Leistungsstufen zugeteilt. Die Entscheidung liegt beim Lehrer, allerdings kann man selber auch ein Wörtchen mitreden. Meine Mitschüler waren aus ganz Europa, aus Japan und den USA.
Auf die Frage hin, welche Nation der Schule noch „fehlen“ würde, meinte die Sekretärin ein Schüler aus Grönland würde die Sammlung komplett machen. In unserem „livello“ konzentrierten wir uns auf Konversation: Wir lasen gemeinsam Texte und aktuelle Zeitungsartikel, hörten uns Nachrichten an, schauten Filme und besprachen anschließend alles. Wenn Unklarheiten auftraten, in Sachen Grammatik oder Verständnis, konnten jederzeit Fragen gestellt werden. Der Unterricht war wirklich spannend, unser Lehrer Franco war Gold wert! Zusätzlich zu den Stunden am Vormittag hatte ich mich noch für Einzelunterricht mit Roberta am Nachmittag entschieden. Wir besprachen am Anfang kurz, welche Schwerpunkte wir uns setzen wollten, und da wir in den Gruppenstunden fast nur Konversation übten, wollte ich in den Einzelstunden die italienische Grammatik wiederholen. Für Freizeitprogramm war mehr als gesorgt. Für jeden war etwas dabei! Die Schule organisierte oft kostenlose Ausflüge oder Museumsführungen, Kochkurse, Weinverkostungen und vieles mehr. Natürlich konnte man auch alleine auf Streifzug gehen, der Schülerausweis ermächtigte zu freiem Eintritt in verschiedenen Einrichtungen. Die Küste ist ebenfalls nicht weit entfernt, und auch sonst liegen in der Näh e unzählige kleine, stolze Orte, die einen Besuch wert sind. Wer sich lieber für die gemütliche Variante entscheidet: Die Zeit kann man sich auch gut und gerne auf einem der vielen Plätze vertreiben, mit Caffè und Plausch. Schon 2 Tage vor der Abfahrt, begann ich „nostalgia“ nach Siena zu bekommen. Ich wusste, dass mir die Stadt, das Lebensgefühl dort, und vor allem die vielen Menschen, die ich in der Schule „Leonardo da Vinci“ und außerhalb kennen gelernt hatte, fehlen würden. Der Aufenthalt in Siena war wirklich jeden Cent wert, eine sehr schöne Erfahrung mehr: Mein Adressbuch ist um ein paar Namen reicher und wer weiß, wahrscheinlich zieht es mich zurück, in die Stadt, von der viele sagen, sie sei die schönste Italiens.
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